Wärmepumpe auf einen Blick
Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Aussenluft, Erdreich oder Grundwasser) thermische Energie und hebt sie über einen Kältekreislauf auf Heiztemperatur an. Pro 1 kWh Strom liefert sie typischerweise 3–5 kWh Wärme — das Verhältnis heisst COP (Prüfpunkt) bzw. JAZ (Jahresdurchschnitt). In der Schweiz dominiert die Luft/Wasser-Wärmepumpe (~80 % aller EFH-Installationen). Die Auslegung erfolgt nach SIA 384/1, 384/2 und 384/6, der Schallschutz für Aussengeräte nach Lärmschutz-Verordnung und SN 520 414. Kosten EFH: CHF 35'000–80'000 je nach Typ, abzüglich CHF 6'000–14'000 Förderung im Kanton Bern.
Funktionsprinzip
Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank. Ein Kältemittel zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf zwischen vier Komponenten: Verdampfer (nimmt Wärme aus der Quelle auf), Verdichter (hebt das Temperaturniveau durch Kompression), Verflüssiger (gibt Wärme an die Heizung ab) und Expansionsventil (senkt den Druck wieder). Der einzige Energieinput ist der Strom für den Verdichter — der grösste Teil der Heizwärme stammt aus der Umweltquelle.
Die Effizienz wird mit zwei Kennzahlen beschrieben:
COP (Coefficient of Performance)
Leistungszahl im Prüfpunkt nach EN 14511. Beispiel: COP 4.5 bei Sole 0 °C / Vorlauf 35 °C. Vergleichswert — sagt wenig über reale Effizienz aus.
JAZ (Jahresarbeitszahl)
Realer Durchschnittswert über ein Heizjahr. Typisch: 3.5–4.0 (Luft/Wasser), 4.5–5.0 (Erdsonde). Für die Berner Förderung meist JAZ ≥ 2.8 (Luft) bzw. ≥ 3.5 (Sole) verlangt.
Faustregel: Pro 1 °C tiefere Vorlauftemperatur steigt die JAZ um rund 2–3 %. Eine Wärmepumpe mit 35 °C Vorlauf (Fussbodenheizung) arbeitet rund 40 % effizienter als die gleiche Anlage mit 55 °C (alte Heizkörper).
Wärmepumpen-Typen im Vergleich
| Typ | Quelle | JAZ | Kosten EFH | Bewilligung |
|---|---|---|---|---|
| Luft/Wasser | Aussenluft | 3.5–4.0 | CHF 35'000–55'000 | Bauanzeige, Schallnachweis |
| Sole/Wasser (Erdsonde) | Erdreich 80–250 m | 4.5–5.0 | CHF 55'000–80'000 | Bohrbewilligung Kt. BE |
| Wasser/Wasser | Grundwasser-Brunnen | 5.0–5.5 | CHF 60'000–90'000 | Konzession Gewässer |
| Warmwasser-WP (Boiler) | Raum-/Aussenluft | 2.5–3.5 | CHF 4'500–8'500 | Keine |
Für die meisten Einfamilienhäuser in der Region Bern ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Lösung: niedrigste Investition, kürzeste Umsetzung, gute Förderung. Bei Mehrfamilienhäusern, hohem Wärmebedarf oder begrenztem Aufstellort für ein Aussengerät rückt die Erdsonden-Lösung in den Vordergrund. Details: Luft/Wasser-Wärmepumpe, Erdsonden-Wärmepumpe.
Voraussetzungen am Gebäude
Eine Wärmepumpe ist kein direkter 1:1-Ersatz für eine alte Öl- oder Gasheizung. Drei Faktoren entscheiden, ob ein Gebäude bereit ist oder Vorarbeiten nötig sind:
Vorlauftemperatur
Ideal < 45 °C (Fussbodenheizung). Bis 55 °C möglich. Über 60 °C nur mit Hochtemperatur-WP wirtschaftlich.
Gebäudehülle
Heizlast nach SIA 384/2 berechnen. Bei alten EFH oft erst Dämmung Dach und Fenster sinnvoll.
Aufstellort
Aussengerät: Platz, Schallabstand zu Nachbar nach LSV. Innenaufstellung: Heizraum mit Frischluft-Zufuhr.
Im Altbau sind häufig kleine Anpassungen sinnvoll: Tausch einzelner unterdimensionierter Heizkörper, Optimierung der Hydraulik, hydraulischer Abgleich nach SIA 384/3. Diese Massnahmen senken die nötige Vorlauftemperatur und steigern die JAZ um 15–25 %. Mehr: Wärmepumpe im Altbau.
Kosten und Förderung im Kanton Bern
Die Investition in eine Wärmepumpe liegt höher als bei einer fossilen Heizung — die Betriebskosten sind dafür typischerweise 30–60 % tiefer, die CO₂-Abgabe entfällt, und der Wert der Liegenschaft steigt nachweislich. Förderbeiträge mildern die Investition deutlich.
| Typ (EFH) | Investition | Förderung BE | Netto-Investition |
|---|---|---|---|
| Luft/Wasser-WP | CHF 35'000–55'000 | CHF 6'000–10'000 | CHF 29'000–45'000 |
| Sole/Wasser-WP | CHF 55'000–80'000 | CHF 8'000–14'000 | CHF 47'000–66'000 |
| Wasser/Wasser-WP | CHF 60'000–90'000 | CHF 10'000–16'000 | CHF 50'000–74'000 |
Zusätzlich sind die Investitionen als werterhaltende Massnahmen steuerlich abzugsfähig. Im Kanton Bern lassen sich die Kosten meist auf 2–3 Steuerperioden verteilen — wir empfehlen die Abstimmung mit der Steuerberatung. Detail-Aufschlüsselung: Wärmepumpe Kosten, Heizungsersatz Kosten und Förderung Bern.
Betrieb und Wartung
Eine Wärmepumpe ist wartungsarm. Im Vergleich zur Ölheizung gibt es keinen Brenner, keinen Kamin und keinen Tank. Empfohlen wird ein jährlicher Funktionscheck mit: Sichtkontrolle Kältekreis (Dichtheit), Filter-Reinigung Aussengerät, Kontrolle Soledruck bei Erdsonde, Überprüfung Heizkurve und Zeitprogramme, Auslesen Fehlerspeicher und Betriebsstunden.
Der grösste Hebel für niedrige Stromkosten liegt nach der Installation in der Einregulierung. Eine zu hoch eingestellte Heizkurve oder fehlende Nachtabsenkung kann den Verbrauch um 20–30 % erhöhen. Wir prüfen Heizkurve, Vorlauftemperaturen, Pumpenleistung und Warmwasser-Solltemperatur im ersten Heizjahr nach.
Die Lebensdauer einer Wärmepumpe beträgt 20–25 Jahre. Der Verdichter ist das Schlüsselbauteil — moderne Inverter-Verdichter halten 18–22 Jahre. Erdsonden selbst über 50 Jahre. Bei Bestandskunden bieten wir Wartungsverträge mit jährlichem Service, priorisierter Störungsbehebung und erweiterter Erreichbarkeit.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) Wärme auf niedrigem Temperaturniveau und hebt sie über einen Kältekreislauf (Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil) auf das nutzbare Temperaturniveau der Heizung an. Pro 1 kWh Strom liefert sie typischerweise 3–5 kWh Wärme.
Welche Wärmepumpentypen gibt es?
Drei Haupttypen: Luft/Wasser (häufigster Typ), Sole/Wasser mit Erdsonden (höchste Effizienz) und Wasser/Wasser mit Grundwasser-Brunnen. Zusätzlich Warmwasser-Wärmepumpen (Wärmepumpenboiler) für die reine Trinkwarmwasser-Versorgung.
Was bedeuten COP und JAZ?
COP ist die Leistungszahl im Prüfpunkt (z. B. COP 4.5 bei Sole 0 °C / Vorlauf 35 °C). JAZ ist der reale Jahresdurchschnitt — typisch 3.5–4.0 (Luft) bzw. 4.5–5.0 (Erdsonde). Für die Förderung Bern: JAZ ≥ 2.8 (Luft) bzw. ≥ 3.5 (Sole).
Was kostet eine Wärmepumpe in der Schweiz?
Luft/Wasser EFH: CHF 35'000–55'000. Sole/Wasser mit Erdsonde: CHF 55'000–80'000. Wasser/Wasser mit Brunnen: CHF 60'000–90'000. Abzüglich CHF 6'000–14'000 Förderung Bund + Kanton Bern.
Welche Voraussetzungen muss mein Gebäude erfüllen?
Vorlauftemperatur ideal unter 45 °C. Flächenheizungen sind ideal. Bei alten Heizkörpern mit Vorlauf über 55 °C lohnt sich vor dem Einbau die Dämmung oder der Tausch einzelner Heizkörper. Heizlastberechnung nach SIA 384/2 klärt das.
Welche Förderung gibt es im Kanton Bern?
Nationales Gebäudeprogramm (Bund + Kantone) plus kantonale Pauschalen: CHF 3'000–8'000 (Luft/Wasser) bzw. CHF 5'000–14'000 (Erdsonde). Voraussetzung: GEAK Plus und Antrag vor Baubeginn.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Technische Lebensdauer 20–25 Jahre bei jährlicher Wartung. Inverter-Verdichter typisch 18–22 Jahre. Erdsonden über 50 Jahre. Wartungsverträge optimieren Effizienz und Lebensdauer.
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