Ratgeber

Sanitärinstallateur

Berufsbild, Ausbildung, Qualitätsmerkmale und eine praxisnahe Checkliste, damit Sie den richtigen Betrieb für Ihr Projekt finden.

Sanitärinstallateur auf einen Blick

Ein Sanitärinstallateur plant, montiert, prüft und wartet Trink- und Abwasserleitungen, Boiler, Apparate und Armaturen in Wohn-, Gewerbe- und Spitalbauten. Die berufliche Grundbildung in der Schweiz ist Sanitärinstallateur/-in EFZ — eine 4-jährige Lehre mit anschliessenden Weiterbildungsmöglichkeiten zum Polier, Meister oder eidg. dipl. Sanitärplaner. Für Eingriffe in das Trinkwassernetz braucht der Betrieb eine SVGW-Konzession, die beim regionalen Wasserversorger registriert ist. Qualitätssicher arbeitet ein Betrieb nach SIA 385/1, SVGW W3 und mit Garantie nach SIA 118 (2/5 Jahre). Stundenansätze in der Schweiz liegen typischerweise bei CHF 110–145 für EFZ-Stunden, CHF 130–165 für Polier-Stunden.

Aufgaben im Detail

Das Berufsbild ist breit. Ein Sanitärinstallateur arbeitet auf Baustellen, in Bestandsgebäuden bei Kundinnen und Kunden vor Ort sowie in der Werkstatt. Die Tätigkeit kombiniert handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Kundenkontakt — und sie verändert sich mit dem Trend zu Wärmepumpen-Boilern, Wasseraufbereitung und smarter Haustechnik.

Trinkwasser-Installation

Dimensionierung, Montage Steigleitungen, Pressfittings, Druckprobe und Spülung nach SVGW W3.

Abwasser-Anlagen

Verlegen von Schmutzwasserleitungen, Geruchverschlüsse, Lüftungen nach SN 592 000.

Apparate-Montage

WC, Lavabo, Dusche, Badewanne, Spülen, Armaturen — Auswahl und Einbau im Bad und Küche.

Warmwasser-Versorgung

Elektroboiler, Wärmepumpen-Boiler, indirekt beheizte Speicher, Solar-Anbindung.

Wasseraufbereitung

Enthärtungsanlagen, Filtration, Calcium-Hemmung — bei Berner Wasserhärte 12–22 °fH oft sinnvoll.

Service und Reparatur

Lecksuche, Apparate-Tausch, Druckprobe, Spülung, Notfalleinsätze bei Rohrbruch oder Verstopfung.

Ausbildung und Karrierewege

Die berufliche Grundbildung Sanitärinstallateur/-in EFZ dauert vier Jahre. Das Bildungsmodell ist dual: 3 Tage Lehrbetrieb, 1 Tag Berufsfachschule, plus überbetriebliche Kurse. Die Ausbildung wird vom Branchenverband Suissetec (Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband) koordiniert und endet mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ).

Stufe Dauer Abschluss
Grundbildung4 JahreSanitärinstallateur/-in EFZ
Berufsprüfung (BP)2 Jahre berufsbegleitendSanitärpolier mit eidg. Fachausweis
Höhere Fachprüfung (HFP)3 Jahre berufsbegleitendEidg. dipl. Sanitärplaner / Gebäudetechnikplaner Sanitär
Fachhochschule3–4 JahreBachelor / Master Gebäudetechnik

Bei Axora ist der technische Leiter Sokol Muhaxheri eidg. dipl. Sanitärplaner und Gebäudetechnikplaner Heizung — die höchste nicht-akademische Stufe in der Schweizer Gebäudetechnik. Aktuelle Lehrstellen bei Axora: Sanitärinstallateur EFZ Lehre.

SVGW-Konzession: Warum sie zählt

Die SVGW-Konzession (Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches) ist die rechtliche Grundlage dafür, dass ein Betrieb Eingriffe in Trinkwasserinstallationen vornehmen darf. Ohne Konzession ist die Anbindung an das öffentliche Wassernetz nicht zulässig. Die Konzession wird beim regionalen Wasserversorger beantragt und ist in der Praxis ein Qualitätssiegel: sie verlangt Fachpersonal, Werkzeug, Schulungen und Versicherungen auf einem definierten Stand.

Vor einem Auftrag lohnt sich der Blick in die öffentliche Liste der konzessionierten Betriebe beim eigenen Wasserversorger (z. B. ewb für Bern). Wer einen nicht-konzessionierten Betrieb beauftragt, riskiert: Verweigerung der Wasserzulassung, fehlender Versicherungsschutz, nicht-zertifizierte Anschlüsse mit Rückbau-Pflicht.

Axora ist SVGW-konzessioniert
Konzessionierter Sanitärbetrieb in Muri bei Bern. Eingetragen bei Energie Wasser Bern (ewb) und den Wasserversorgern der umliegenden Gemeinden.

Qualitätsmerkmale

Gute Sanitärarbeit zeigt sich in der unsichtbaren Ausführung: korrekte Dimensionierung, saubere Befestigung, Schallschutz, geprüfte Dichtheit und langlebige Komponenten. Die folgenden Merkmale sind verlässliche Indikatoren:

Dichtheitsprüfung und Druckprobe

Nach jedem Eingriff Druckprobe nach SVGW W3, dokumentiert im Übergabeprotokoll. Bei Trinkwasser-Anlagen zusätzlich hygienische Spülung.

Schallschutz

Befestigung mit Schalldämmschellen, entkoppelte Wandscheiben für WC und Lavabo. Schallschutz nach SIA 181 — besonders wichtig bei MFH.

Dimensionierung

Richtige Leitungsdimension nach gleichzeitiger Spitzenentnahme. Vermeidung von Druckverlust, Wartezeit auf Warmwasser und Strömungsgeräuschen.

Material und Verarbeitung

Edelstahl, Mehrschichtverbundrohr (PE-Xa/Al/PE), Rotguss-Fittings. Kein Mischen unverträglicher Materialien (Korrosionsschutz nach SVGW W3).

Dokumentation

Übergabeprotokoll, Hydraulikschema, Spülprotokoll, Garantieschein, Bedienungsanleitung Apparate.

Garantie nach SIA 118

2 Jahre auf Werkmängel, 5 Jahre auf verdeckte Mängel. Auf Apparate gilt zusätzlich die Herstellergarantie.

Stundensätze und Kosten

Schweizer Stundenansätze für Sanitärarbeiten liegen aktuell in folgenden Bereichen — abhängig von Region, Betriebsgrösse, Qualifikation und Auftragstyp:

Leistung Stundenansatz CHF
Sanitärinstallateur EFZ110–145
Sanitärpolier (BP)130–165
Sanitärplaner (HFP)150–200
Notfalleinsatz ausserhalb BürozeitZuschlag 50–100 %
Anfahrt-PauschaleCHF 50–120 (je nach Distanz)

Bei Projekten mit klarem Leistungsumfang ist eine Pauschal-Offerte meist transparenter als Regiearbeit nach Stunden. Bei Service-Einsätzen und Reparaturen ist Regiearbeit üblich — eine sorgfältige Aufnahme und Schätzung vorab schafft Vertrauen.

Checkliste für Kunden

  • SVGW-Konzession beim Versorger prüfen
  • Suissetec-Mitgliedschaft als Indikator
  • 2–3 Offerten vergleichen — Leistung, nicht nur Preis
  • Referenzen vergleichbarer Projekte anfragen
  • Apparate-Spezifikation präzise vereinbaren
  • Schriftliche Termin- und Kostenzusage
  • Garantie nach SIA 118 im Vertrag
  • Druckprobe und Spülprotokoll bei Übergabe
  • Bewilligungsbedarf gemeinsam klären
  • Zahlungsbedingungen vor Auftragsstart

Häufige Fragen

Was macht ein Sanitärinstallateur genau?

Plant, montiert, prüft und wartet Trink- und Abwasserleitungen, Boiler, Apparate und Armaturen in Gebäuden. Dazu gehören Badumbauten, Neuinstallationen, Reparaturen, Lecksuche, Druckproben sowie der Einbau von Wasseraufbereitung. Für Eingriffe ins Trinkwassernetz braucht der Betrieb eine SVGW-Konzession.

Welche Ausbildung hat ein Sanitärinstallateur in der Schweiz?

Die Grundbildung ist Sanitärinstallateur/-in EFZ — eine 4-jährige Lehre. Weiterbildungen: Sanitärpolier (BP), Sanitärmeister, eidg. dipl. Sanitärplaner (HFP). Suissetec ist der Branchenverband.

Was ist eine SVGW-Konzession und warum ist sie wichtig?

Die SVGW-Konzession berechtigt einen Betrieb, Eingriffe in Trinkwasserinstallationen vorzunehmen. Ohne Konzession ist die Anbindung an das öffentliche Wassernetz nicht zulässig. Beim regionalen Wasserversorger geprüft und gelistet. Axora ist konzessionierter Sanitärbetrieb in Muri bei Bern.

Woran erkenne ich einen guten Sanitärinstallateur?

Saubere Offerten, schriftliche Termin- und Kostenzusagen, SVGW-Konzession, qualifizierte Mitarbeitende (EFZ, idealerweise Polier oder Planer), Referenzobjekte, transparente Kommunikation, sowie Druckprobe und Dichtheitsprotokoll nach Abschluss. Garantie nach SIA 118 (2/5 Jahre).

Was kostet ein Sanitärinstallateur pro Stunde in der Schweiz?

Stundenansätze in der Schweiz liegen typischerweise bei CHF 110–145 für einen ausgelernten Sanitärinstallateur EFZ, CHF 130–165 für Polier-Stunden und CHF 150–200 für Planungsleistungen. Notfalleinsätze: Zuschlag 50–100 %.

Wie finde ich den richtigen Sanitärbetrieb?

Drei Filter: 1) Konzession beim regionalen Wasserversorger prüfen (öffentliche Liste), 2) Referenzen aus vergleichbaren Projekten anfragen (EFH, MFH, Gewerbe), 3) Suissetec-Mitgliedschaft als Qualitätsindikator. 2–3 Offerten vergleichen — Leistungsumfang, nicht nur Preis.

Welche Notfälle übernimmt ein Sanitärinstallateur?

Klassische Notfälle: Rohrbruch, Wasserschaden, verstopfte Abflüsse, defekter Boiler, Heizungs-Wasserverlust. Axora ist Mo–Fr 07:30–17:00 unter 031 951 70 00 erreichbar und priorisiert akute Schadensfälle. Bei Hauptwasserrohr-Schaden zuerst Hauptabsperrung schliessen.

Sanitärarbeiten anfragen

Wir beraten persönlich und setzen Sanitärarbeiten sauber und termingerecht um. SVGW-konzessioniert, eidg. dipl. Sanitärplaner im Team.