Der GEAK Plus ist der Schweizer Gebäudeenergieausweis (A bis G) plus Beratungsbericht mit drei Sanierungsvarianten. Kosten EFH CHF 1'500–3'500, MFH CHF 2'500–6'000, gefördert durch den Kanton Bern mit CHF 800–1'500. Pflicht für viele Sanierungs-Förderungen und ab 2028 für Eigenmietwert-Themen. Für einen reinen Heizungsersatz nicht zwingend nötig.
GEAK vs. GEAK Plus
GEAK (Basis)
- Energieklasse A bis G für Gebäudehülle und Gesamtenergie
- 3 Seiten Ausweisdokument
- Standortbestimmung, ohne Massnahmen-Vorschläge
- EFH ca. CHF 600–1'200
GEAK Plus (mit Beratung)
- Alles aus GEAK Basis
- Beratungsbericht mit 3 Sanierungsvarianten
- Auswirkungen auf Klasse, Investition, Energie und CO₂
- Sanierungsfahrplan über 10–20 Jahre
- EFH CHF 1'500–3'500 (gefördert)
Wann brauchen Sie einen GEAK Plus?
| Situation | GEAK Plus nötig? |
|---|---|
| Reiner Heizungsersatz (z.B. Öl → Wärmepumpe) | Nein – Förderung läuft direkt über Gebäudeprogramm |
| Energetische Gesamtsanierung mit Förderung | Ja – Voraussetzung für Bonus-Beiträge |
| Fassadendämmung + Fensterersatz | Ja – Förderzusatz oft an GEAK Plus geknüpft |
| Eigenmietwert-Steuerabzug nach 2028 | Ja – Voraussichtlich Pflicht für Sanierungs-Steuerabzüge |
| Verkauf einer Liegenschaft | Empfohlen – in BE und einigen anderen Kantonen Pflicht ab 2027 |
| Strategische Sanierungsplanung | Sinnvoll – bessere Reihenfolge, weniger Fehlinvestitionen |
Stand 2026. Kantonale Bedingungen können sich ändern – aktuelle Vorgaben unter energie.be.ch oder geak.ch.
Kosten und Förderung
| Gebäudetyp | Kosten brutto | Förderung Bern | Netto |
|---|---|---|---|
| EFH bis 200 m² | CHF 1'500–2'400 | − CHF 800–1'200 | ca. CHF 700–1'200 |
| Grosses EFH / kleines MFH | CHF 2'200–3'500 | − CHF 1'000–1'500 | ca. CHF 1'200–2'000 |
| MFH 4–8 Wohnungen | CHF 2'500–4'500 | − CHF 1'200–1'500 | ca. CHF 1'300–3'000 |
| MFH ab 10 Wohnungen | CHF 4'500–6'000+ | − CHF 1'500 | ab CHF 3'000 |
Stand 2026, Richtwerte. Förderbeitrag setzt voraus, dass der GEAK Plus von einem zertifizierten Experten erstellt und im Kanton eingereicht wird.
Was im GEAK Plus steht
1. Aktueller Energie-Status
Klasse A bis G für Gebäudehülle (Wärmedämmung, Fenster, Dach) und Gesamtenergieeffizienz (inkl. Heizung). Ein Schweizer Altbau ohne Sanierung liegt typisch in Klasse F oder G, ein gut saniertes Haus erreicht B oder C.
2. Drei Sanierungsvarianten
Typisch: Variante «Etappiert» (kleinere Schritte über 10–15 Jahre), «Komplett» (alles in 1–2 Jahren) und «Best in Class» (Minergie-Standard). Pro Variante: Investition, Energieeinsparung, Förderbeträge und Klassen-Sprung.
3. Sanierungsfahrplan
Empfohlene Reihenfolge der Massnahmen über 10 bis 20 Jahre. Prinzip: zuerst Hülle, dann Heizung – weil eine kleine Wärmepumpe in einem schlecht gedämmten Haus ineffizient läuft. Im Schweizer Bestand oft umgekehrt empfohlen, wenn die Heizung kurz vor dem Ausfall steht.
4. CO₂- und Energieprognose
Konkrete Werte für CO₂-Ausstoss, Endenergie- und Heizölverbrauch heute und nach jeder Variante. Wichtig für Argumentation in STWE-Versammlungen oder Bankgesprächen für Sanierungs-Hypothek.
Energieklassen A bis G
Der GEAK bewertet auf zwei Skalen: Gebäudehülle (Dämmqualität von Dach, Fassade, Fenstern, Keller) und Gesamtenergie (inkl. Heizung, Warmwasser, Lüftung). Beide Klassen werden separat ausgewiesen.
| Klasse | Bedeutung | Typisches Schweizer Gebäude |
|---|---|---|
| A | Sehr effizient, Plusenergie-fähig | Minergie-P / Minergie-A Neubau |
| B | Sehr gut, Minergie-Standard | Minergie-zertifizierter Neubau |
| C | Gut, energetisch saniert | Vollsanierter Bestand mit Wärmepumpe |
| D | Teilsaniert, durchschnittlich | Neubau 1990–2005 oder Teilsanierung |
| E | Sanierungsbedürftig | Bestand 1970–1990, unsaniert |
| F | Hoher Sanierungsbedarf | Bestand vor 1970, unsaniert |
| G | Sehr hoher Energieverbrauch | Altbau mit Ölheizung, schlechter Dämmung |
Die Klassengrenzen sind im Mustervorschriften der Kantone (MuKEn) definiert. Eine Energieklasse-Sprung pro Sanierung um 1 bis 2 Stufen ist realistisch.
Beispiel: EFH Baujahr 1980 in Bern
Ein typisches Berner Einfamilienhaus aus den 1980er Jahren, 150 m² Wohnfläche, Ölheizung, einfach verglaste Fenster, 8 cm Dämmung. Vor GEAK Plus: Klasse F (Hülle) / F (Gesamt). Die drei Varianten im Bericht:
| Variante | Massnahmen | Investition | Klasse nachher | Förderung BE |
|---|---|---|---|---|
| Etappiert | Heizungsersatz → Fenster (Jahr 5) → Fassade (Jahr 10) | CHF 110'000–150'000 | C / D | ~ CHF 22'000 |
| Komplett | Alle Massnahmen in 1–2 Jahren | CHF 140'000–190'000 | B / C | ~ CHF 35'000 |
| Best in Class | Komplett + Minergie-Sanierung + PV-Anlage | CHF 180'000–250'000 | A / B | ~ CHF 50'000 |
Der Bericht zeigt zusätzlich die CO₂-Einsparung (etwa –80 % bei Variante «Komplett»), den Energieverbrauchsrückgang (von 4'500 auf 1'200 Liter Heizöl-Äquivalent pro Jahr) und die Liegenschaftswert-Auswirkung – bei einer Sanierung auf Klasse B/C rechnet die Schweizer Bewertungspraxis typisch 8–15 % Wertsteigerung.
Ablauf der Erstellung
Anfrage und Unterlagen-Vorbereitung
Sie sammeln Baupläne, Baujahr, ausgeführte Sanierungen, Heizenergie-Verbrauch der letzten 3 Jahre und (falls vorhanden) Wärmedämm-Nachweise. Je besser die Unterlagen, desto günstiger der GEAK.
Vor-Ort-Aufnahme (2–3 h EFH)
Der GEAK-Experte erfasst Bauteile (Wand-/Dachaufbau, Fenster), Heizung, Warmwasser, Lüftung und elektrische Verbraucher. Im EFH 2 bis 3 Stunden, im MFH halber bis ganzer Tag.
Berechnung und Variantenstudie
Der Experte rechnet das Gebäude im offiziellen GEAK-Tool und entwickelt drei Sanierungsvarianten mit Investitionsbedarf, Förderhebel und Klassen-Sprung. 8 bis 16 Stunden Büroaufwand.
Übergabe und Besprechung
Bericht (typisch 25–40 Seiten) plus Übergabegespräch (1–2 h). Sie erhalten die offizielle GEAK-Plus-Nummer für Förderanträge und können den Bericht 10 Jahre lang nutzen.
Häufige Fragen
Was kostet ein GEAK Plus?
EFH CHF 1'500–3'500 brutto, nach Förderung Bern netto CHF 700–2'000. MFH CHF 2'500–6'000 brutto.
Brauche ich ihn für den Heizungsersatz?
Nein. Heizungsersatz wird direkt über das Gebäudeprogramm gefördert. Für umfassende Sanierungen oder kombinierte Massnahmen ja.
Wie lange ist er gültig?
10 Jahre, sofern keine substanziellen Änderungen. Nach Heizungsersatz oder Fassadendämmung empfehlen wir eine Aktualisierung.
Wer darf ihn erstellen?
Nur zertifizierte GEAK-Experten. Liste auf geak.ch. Wir vermitteln auf Wunsch einen unabhängigen Experten in Bern.
Kann Axora den GEAK Plus erstellen?
Wir sind Heizungsfachpartner, kein zertifizierter GEAK-Experte. Wir arbeiten aber eng mit Experten zusammen und integrieren GEAK-Empfehlungen direkt in die Heizungs- und Sanitärplanung.
Wird der GEAK Plus beim Verkauf Pflicht?
Im Kanton Bern wird die Pflicht ab 2027 für ältere Liegenschaften diskutiert. Aktuell ist er beim Verkauf empfohlen, aber nicht zwingend. Aktuelle Lage unter energie.be.ch.
Sanierung mit GEAK-Empfehlung umsetzen
Sie haben einen GEAK Plus – wir machen daraus ein verbindliches Projekt mit Festpreis, Förderantrag und Umsetzung aus einer Hand.