Ratgeber · Bad-Ausstattung

Badezimmer-Spiegelschrank

Masse, LED-Beleuchtung, Einbau und Schutzart – worauf es wirklich ankommt. Mit konkreten Empfehlungen für kleine Bäder, Familienbäder und Premium-Sanierungen.

Antwort in Kürze

Ein guter Badezimmer-Spiegelschrank ist so breit wie das Lavabo (60–140 cm), 70–100 cm hoch, 14–18 cm tief und sitzt mit Oberkante bei 200–210 cm. Vertikale LED-Streifen seitlich am Spiegel mit warmweissem Licht (2700–3000 K) sind blendfrei und schattenarm. Schutzart IP44 ist Pflicht im Spritzwasserbereich. Preis: CHF 600–1'200 für solide Mittelklasse mit LED und integrierter Steckdose.

Masse und Einbauhöhe

Die wichtigste Regel: Der Spiegelschrank ist so breit wie das Lavabo darunter – nicht schmaler, nicht breiter. Sonst stimmt das Gesamtbild nicht.

Mass Standard Hinweis
Breite60, 80, 100, 120, 140 cmpassend zu Lavabo-Breite
Höhe70–100 cmje nach Stauraum-Bedarf
Tiefe14–18 cm (Aufputz) / 11–15 cm (Unterputz)Tiefer = mehr Stauraum, kostet aber Bewegungsraum
Oberkante200–210 cm über BodenStandard für Erwachsene
Unterkante130–140 cm10–20 cm über Lavabo-Armatur
Einbauhöhe Kind/Senior10–15 cm tieferSpiegelmitte auf Augenhöhe

Praxisregel: Spiegelmitte sollte auf Augenhöhe der hauptsächlich nutzenden Person liegen.

LED-Beleuchtung richtig wählen

Die Beleuchtung entscheidet, ob ein Spiegelschrank funktioniert oder nur dekoriert. Drei Faktoren machen den Unterschied:

Position: vertikal seitlich, nicht von oben

LED-Streifen seitlich am Spiegel beleuchten das Gesicht von links und rechts – schattenarm und blendfrei. Ein Lichtbalken über dem Spiegel wirft Schatten auf Augen und Kinn (das berühmte „Hotelzimmer-Licht"), den Sie beim Rasieren oder Schminken nicht wollen.

Lichtfarbe: 2700–3000 K, nicht 5000+

Warmweiss (2700 K) wirkt gemütlich, neutralweiss (3000–3500 K) ist ein guter Kompromiss für Schminken und Rasieren. Tageslichtweiss (5000 K und mehr) macht das Bad klinisch und zeigt jeden Hautmakel überdeutlich. Premium-Modelle bieten Tunable White – stufenlos zwischen warm und neutral umschaltbar.

Schutzart: mindestens IP44

Im Spritzwasserbereich um Lavabo und Dusche ist IP44 Pflicht (geschützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen). Direkt über der Dusche oder Wanne sogar IP54 oder IP65. Achten Sie auf das Datenblatt – die Schutzart steht meist in der Produktspezifikation.

Drei weitere Praxis-Empfehlungen

  • Dimmbar: für Morgenlicht (hell) und Abendlicht (gedimmt) wichtig
  • Sensor-Schalter: Hand vor den Spiegel halten – Licht geht an, ohne Knopf zu drücken
  • Indirektes Akzentlicht hinter dem Schrank: macht aus dem Bad einen Hotel-Charakter und kostet nur ~CHF 100 mehr

Aufputz oder Unterputz?

Die Bauart entscheidet, wie der Spiegelschrank an der Wand sitzt – und wie viel Vorbereitung Ihre Sanierung braucht.

Aufputz

Trägt 14–18 cm vor die Wand auf. Einfache Montage, auch nachträglich problemlos einbaubar.

Wann sinnvoll
  • – Nachrüstung in bestehendem Bad
  • – Apparate-Tausch ohne grosse Bauarbeiten
  • – Mietobjekt ohne Eingriff in die Substanz
  • – Budget-Variante (CHF 250–1'200)

Unterputz (Einbau)

Sitzt bündig in einer Wandnische. Wirkt edler und gibt Bewegungsraum frei. Braucht Vorplanung in der Sanierung.

Wann sinnvoll
  • – Komplett-Sanierung mit Trockenbau
  • – kleines Bad (Tiefe gewinnen!)
  • – Premium-Optik gewünscht
  • – Vorwand-Installation ohnehin geplant

Bei Bad-Sanierung wichtig: Die Entscheidung Aufputz/Unterputz muss vor den Plattenarbeiten getroffen sein. Die Nische muss in den Trockenbau eingeplant werden, Stromzuleitung und Schalter dazu. Nachträglicher Wechsel bedeutet Aufstemmen.

Welche Features lohnen sich?

Hersteller bieten viele Extras – nicht alle sind den Aufpreis wert. Diese fünf Features sind die sinnvollsten:

Integrierte Steckdose (IP44)

In der Schweiz Typ J. Für Föhn, Rasierer, Zahnbürsten-Ladestation. Hochwertige Modelle haben zusätzlich USB-C. Lohnt sich fast immer.

Spiegel auf Innenseite der Türen

Ermöglicht den Blick auf Hinterkopf oder Profil. Klingt klein, ist im Alltag enorm praktisch. Empfehlung.

Spiegel-Heizung (Anti-Beschlag)

Eine dünne Heizfolie hinter dem Spiegel verhindert Beschlagen nach dem Duschen. Stromverbrauch minimal. Lohnt sich besonders bei innenliegenden Bädern.

Bluetooth-Lautsprecher

Klingt sexy, klingt aber meist auch genau so – mittelmässig. Ein günstiger separater Bluetooth-Lautsprecher liefert besseren Sound. Verzichtbar.

Touch-Display / Smart-Mirror

Wetter, Uhrzeit, Spotify im Spiegel. Cool im Showroom, im Alltag selten genutzt und kostet CHF 800–1'500 Aufpreis. Nice-to-have, nicht Pflicht.

Kleine Bäder und WC

Bei wenig Fläche zählt jeder Zentimeter. Zwei spezifische Empfehlungen:

Kleines Bad (unter 6 m²)

  • Unterputz statt Aufputz: gewinnt 4–7 cm Tiefe
  • Volle Wandbreite nutzen, nicht nur Lavabo-Breite – macht Bad optisch grösser
  • LED-Streifen seitlich ersetzen separate Wandleuchten
  • Türen statt Schiebetüren: Schiebebeschläge sind Schmutzfänger

Gäste-WC und Bad/WC kombiniert

  • Gäste-WC: meist reicht ein einfacher Spiegel ohne Schrank
  • Familien-WC: flacher Spiegelschrank (10–14 cm) mit LED ist sinnvoll
  • Stauraum für Hygieneartikel, Reservepapier und Putzmittel
  • Kosten typisch CHF 300–700 für die WC-Variante

Was ein Spiegelschrank kostet

Klasse Preis (Material) Beinhaltet typisch
EinstiegCHF 250–500ohne Beleuchtung, einfache Türen
MittelklasseCHF 600–1'200LED, integrierte Steckdose, Schutzart IP44
PremiumCHF 1'500–3'000Tunable White, Spiegel-Innenseiten, Anti-Beschlag, USB-C
Massanfertigungab CHF 2'500Sondermass, indirekte Beleuchtung, Sondermaterial

Plus Montagekosten: ca. CHF 200–400 für Aufputz, CHF 400–800 für Unterputz inkl. Trockenbau-Vorbereitung. Stromzuleitung und Schalter durch Elektriker zusätzlich.

Häufige Fragen

Welche Masse soll ein Spiegelschrank haben?

Breite richtet sich nach Lavabo-Breite (60–140 cm), Höhe 70–100 cm, Tiefe 14–18 cm bei Aufputz. Oberkante 200–210 cm, Unterkante 130–140 cm.

Welche Beleuchtung gehört rein?

Vertikale LED-Streifen seitlich am Spiegel, warmweiss bis neutralweiss (2700–3000 K), dimmbar, Schutzart mind. IP44. Kein Tageslichtweiss (5000+ K) im Bad.

Aufputz oder Unterputz: Was ist besser?

Aufputz für Nachrüstung, Mietobjekt oder Budget-Variante. Unterputz für Komplett-Sanierungen, kleine Bäder und Premium-Optik. Bei Sanierung muss die Entscheidung vor den Plattenarbeiten stehen.

In welcher Höhe wird er montiert?

Oberkante 200–210 cm, Unterkante 130–140 cm. So spiegelt sich das Gesicht eines Erwachsenen mittig. Bei Kindern oder im barrierefreien Bad 10–15 cm tiefer.

Was kostet ein guter Spiegelschrank?

Einstieg ohne Beleuchtung CHF 250–500. Solide Mittelklasse mit LED CHF 600–1'200. Premium mit Tunable White und Anti-Beschlag CHF 1'500–3'000. Plus Montage CHF 200–800.

Welche Steckdose im Spiegelschrank?

Schweizer Typ J mit Schutzart IP44 für Föhn, Rasierer, Zahnbürsten-Ladestation. Hochwertige Modelle bieten zusätzlich USB-C. Anschluss durch Elektriker.

Ist ein Spiegelschrank im WC sinnvoll?

Im Gäste-WC reicht ein einfacher Spiegel. Im Familien-WC oder Kombi-Bad/WC ist ein flacher Spiegelschrank (10–14 cm) mit LED sinnvoll als zusätzlicher Stauraum.

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