Infrarotheizung in Bern
Wann eine Infrarotheizung wirklich sinnvoll ist (selten), wann nicht (oft) – und welche Alternative meist besser passt. Ehrliche Beratung statt Sales-Pitch – wir installieren, wenn der Anwendungsfall stimmt.
Ehrliche Einschätzung
Infrarotheizung – selten die richtige Wahl als Hauptheizung
Hersteller und Online-Marktplätze bewerben Infrarotheizungen oft als günstige, einfache Lösung. Die Anschaffung ist tatsächlich tief (CHF 1'500–3'500 pro Raum), die Installation simpel. Was meist verschwiegen wird: Im Betrieb sind sie sehr teuer. Anders als eine Wärmepumpe, die aus 1 kWh Strom 3–4 kWh Wärme macht, wandelt eine Infrarotheizung 1 kWh Strom in genau 1 kWh Wärme um.
Für ein Einfamilienhaus als Hauptheizung bedeutet das typisch CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr – gegenüber CHF 720–2'000 mit einer Wärmepumpe. Über 15 Jahre summiert sich der Mehrverbrauch auf CHF 30'000–60'000.
Vergleich: Infrarot vs. Wärmepumpe als Hauptheizung im EFH
| Kriterium | Infrarotheizung | Wärmepumpe (L-W) |
|---|---|---|
| Anschaffung EFH | CHF 8'000–15'000 | CHF 35'000–55'000 |
| Stromkosten/Jahr | CHF 4'000–6'000 | CHF 720–2'000 |
| Förderung | keine | CHF 4'000–8'000 |
| Effizienz (Stromnutzung) | 1 kWh → 1 kWh Wärme | 1 kWh → 3–4 kWh Wärme |
| Total über 15 Jahre | CHF 75'000–105'000 | CHF 50'000–72'000 |
Standard-EFH 160 m², saniert. Strompreis CHF 0.20/kWh. Wartung jeweils berücksichtigt.
Wann sinnvoll?
Vier Anwendungsfälle, in denen Infrarot passt
Gäste-WC oder kleine Räume
Räume mit sporadischer Nutzung, wo eine Heizkörper-Installation aufwendig wäre. Eine 300–500 Watt-Wand-Infrarot-Heizung wärmt das Gäste-WC bei Bedarf in Minuten auf.
Bad-Wärmespitzen
Als Zusatz im Bad für die Morgenroutine: 15 Minuten Vorwärmung über IR-Spiegel. Hauptheizung bleibt auf Normalniveau, Komfort steigt deutlich.
Ferienwohnung / sporadische Nutzung
Wo nicht permanent geheizt wird, schlägt der niedrige Anschaffungspreis. Bei wenigen Nutzungstagen pro Jahr lohnt sich keine teure WP.
Hobbyraum / Werkstatt
Räume ohne Wasserkreislauf, die nur stundenweise warm sein müssen. IR-Decken- oder Wandelemente sind hier praktisch und schnell montiert.
Wichtig: Auch in diesen Fällen lohnt sich oft die Kombination mit eigener Photovoltaik-Anlage – dann läuft die IR-Heizung tagsüber mit eigenem Strom praktisch zum Nulltarif.
Wann NICHT
Wann Infrarot die falsche Wahl ist
Als Hauptheizung im EFH
CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr sind kaum jemandem bewusst, der die niedrige Anschaffung sieht. Über 15 Jahre verlieren Sie gegenüber WP CHF 30'000–60'000.
Im sanierten Neubau
Bei niedriger Vorlauftemperatur ist die Wärmepumpe ohnehin extrem effizient. Die Argumentation „IR ist günstiger" stimmt hier nicht einmal mehr in der Anschaffung-Total-Betrachtung.
Beim Heizungsersatz im Kanton Bern
Die 10-%-Erneuerbar-Anforderung wird mit Infrarot-Strom nicht direkt erfüllt – ausser mit nachgewiesenem Ökostrom-Bezug oder eigener PV. In der Praxis problematisch.
Wenn Wasserkreislauf vorhanden
Wer schon Heizkörper oder Fussbodenheizung hat, sollte nicht auf IR umsteigen – sondern die bestehende Heizverteilung mit einer Wärmepumpe weiterbetreiben.
Unsere Empfehlung
Wärmepumpe als Hauptheizung – Infrarot als gezielte Ergänzung
Für die Hauptheizung empfehlen wir in fast allen Fällen eine Luft-Wasser- oder Erdsonden-Wärmepumpe: hohe Förderung, niedrige Betriebskosten, exzellente Klima-Bilanz, lange Lebensdauer. Eine Infrarotheizung kann ergänzend Sinn machen – für Gäste-WC, Bad-Spitzen, Hobbyraum oder Ferienwohnung.
Wenn Sie ein Angebot für eine reine IR-Hauptheizung erhalten haben, prüfen Sie immer die Total-Kosten über 15 Jahre – inklusive Stromverbrauch. Die Anschaffung ist nicht das Ende der Rechnung.
Ökobilanz
CO₂-Ausstoss pro Jahr im Vergleich
EFH 4 Personen, 150 m², ~15'000 kWh/Jahr Heizwärmebedarf. Werte in kg CO₂ pro Jahr. Infrarot mit Schweizer Strom-Mix.
(BW)
(BW)
(Strom)
innen
WP
Aber Vorsicht: Die niedrige CO₂-Bilanz täuscht. Infrarot braucht 3 bis 4× mehr Strom als eine Wärmepumpe für die gleiche Heizleistung – was sich stark in den Betriebskosten zeigt (siehe nächster Vergleich).
Laufende Kosten
Gesamtkosten pro Jahr im Vergleich
Betriebskosten, Wartung und Amortisation der Investition über 15 Jahre – aufsummiert pro Jahr in CHF.
Strom
Annahme: EFH 150 m², 15'000 kWh/Jahr Heizwärmebedarf. Strompreis CHF 0,20/kWh. Infrarot als Hauptheizung mit ~80 % Effizienz an der Wand. Amortisation linear über 15 Jahre nach Förderung.
Übersicht
Infrarotheizung – Pro & Kontra
Vorteile
- Sehr günstige Anschaffung – CHF 1'500–3'500 pro Raum.
- Einfache Installation – Wand-, Decken- oder Bildelement, oft ohne Fachmann.
- Kein Wasserkreislauf – ideal in Räumen ohne Heizungsverteilung.
- Schnelle Wärme – Strahlung wirkt direkt, kein Vorwärmen nötig.
- Kein Brennstofflager – kein Tank, kein Silo, keine Lieferungen.
- Mit eigener PV kombinierbar – im Sommer faktisch zum Nulltarif.
Nachteile
- Im Betrieb sehr teuer – CHF 4'000–6'000 Strom/Jahr im EFH als Hauptheizung.
- Effizienz nur 1 zu 1 – Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3–4 kWh Wärme.
- Keine Förderung vom Kanton Bern als Hauptheizung.
- Energiegesetz problematisch – 10-%-Erneuerbar-Anforderung nicht ohne PV/Ökostrom-Nachweis erfüllbar.
- Über 15 Jahre CHF 30'000–60'000 teurer als Wärmepumpe.
- Stromnetz-Belastung im Winter – bei breitem Einsatz kritisch.
Als Zusatzheizung für Einzelräume sinnvoll. Als Hauptheizung empfehlen wir aus wirtschaftlichen Gründen fast immer eine Wärmepumpe.
Wärmepumpen-Alternative ansehenHäufige Fragen
Infrarotheizung – FAQ
Ist eine Infrarotheizung als Hauptheizung sinnvoll?
In der Regel nein. 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme, ohne Effizienzgewinn. Für ein EFH typisch CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr – gegenüber CHF 720–2'000 mit Wärmepumpe.
Wann ist sie sinnvoll?
Als Zusatzheizung in Räumen mit sporadischer Nutzung: Gäste-WC, Bad-Wärmespitzen, Ferienwohnung, Hobbyraum. In Räumen ohne Wasserkreislauf praktisch.
Was kostet eine Infrarotheizung?
CHF 1'500–3'500 pro Raum (Wand-, Decken- oder Bildelement, inkl. Smart-Thermostat). Im Betrieb teuer: CHF 4'000–6'000 pro Jahr als Hauptheizung im EFH.
Erfüllt sie das Berner Energiegesetz?
Als alleinige Hauptheizung problematisch. 10-%-Erneuerbar-Anforderung wird nur mit Ökostrom-Nachweis oder eigener PV erfüllt. In der Praxis nur als Zusatzheizung neben erneuerbarem Hauptsystem zulässig.
Welche Alternative ist besser?
Hauptheizung: Luft-Wasser-Wärmepumpe. Einzelne kalte Räume in WP-Anlage: Heizkörper-Tausch oder hydraulischer Abgleich. Gäste-WC: IR kann ergänzen.
Berät und installiert Axora Infrarotheizungen?
Ja – wenn der Anwendungsfall passt. Als Hauptheizung empfehlen wir aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen fast immer eine Wärmepumpe. Ehrliche Empfehlung statt Sales-Pitch.
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