Heizung / Infrarot

Infrarotheizung in Bern

Wann eine Infrarotheizung wirklich sinnvoll ist (selten), wann nicht (oft) – und welche Alternative meist besser passt. Ehrliche Beratung statt Sales-Pitch – wir installieren, wenn der Anwendungsfall stimmt.

Ehrliche Beratung
Auch wenn IR nicht passt.
Wann sinnvoll
Zusatz / Spitzen / Einzelraum.
Fachgerechte Installation
Wenn IR die richtige Wahl ist.
Wärmepumpe als Alternative
Hauptheizung für 80 % der EFH.

Ehrliche Einschätzung

Infrarotheizung – selten die richtige Wahl als Hauptheizung

Hersteller und Online-Marktplätze bewerben Infrarotheizungen oft als günstige, einfache Lösung. Die Anschaffung ist tatsächlich tief (CHF 1'500–3'500 pro Raum), die Installation simpel. Was meist verschwiegen wird: Im Betrieb sind sie sehr teuer. Anders als eine Wärmepumpe, die aus 1 kWh Strom 3–4 kWh Wärme macht, wandelt eine Infrarotheizung 1 kWh Strom in genau 1 kWh Wärme um.

Für ein Einfamilienhaus als Hauptheizung bedeutet das typisch CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr – gegenüber CHF 720–2'000 mit einer Wärmepumpe. Über 15 Jahre summiert sich der Mehrverbrauch auf CHF 30'000–60'000.

Effizienz-Vergleich: Infrarotheizung wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme – Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme
1
Infrarotheizung 1 kWh Strom → 1 kWh Wärme
2
Wärmepumpe 1 kWh Strom → 3–4 kWh Wärme

Vergleich: Infrarot vs. Wärmepumpe als Hauptheizung im EFH

Kriterium Infrarotheizung Wärmepumpe (L-W)
Anschaffung EFHCHF 8'000–15'000CHF 35'000–55'000
Stromkosten/JahrCHF 4'000–6'000CHF 720–2'000
FörderungkeineCHF 4'000–8'000
Effizienz (Stromnutzung)1 kWh → 1 kWh Wärme1 kWh → 3–4 kWh Wärme
Total über 15 JahreCHF 75'000–105'000CHF 50'000–72'000

Standard-EFH 160 m², saniert. Strompreis CHF 0.20/kWh. Wartung jeweils berücksichtigt.

Wann sinnvoll?

Vier Anwendungsfälle, in denen Infrarot passt

Gäste-WC oder kleine Räume

Räume mit sporadischer Nutzung, wo eine Heizkörper-Installation aufwendig wäre. Eine 300–500 Watt-Wand-Infrarot-Heizung wärmt das Gäste-WC bei Bedarf in Minuten auf.

Bad-Wärmespitzen

Als Zusatz im Bad für die Morgenroutine: 15 Minuten Vorwärmung über IR-Spiegel. Hauptheizung bleibt auf Normalniveau, Komfort steigt deutlich.

Ferienwohnung / sporadische Nutzung

Wo nicht permanent geheizt wird, schlägt der niedrige Anschaffungspreis. Bei wenigen Nutzungstagen pro Jahr lohnt sich keine teure WP.

Hobbyraum / Werkstatt

Räume ohne Wasserkreislauf, die nur stundenweise warm sein müssen. IR-Decken- oder Wandelemente sind hier praktisch und schnell montiert.

Wichtig: Auch in diesen Fällen lohnt sich oft die Kombination mit eigener Photovoltaik-Anlage – dann läuft die IR-Heizung tagsüber mit eigenem Strom praktisch zum Nulltarif.

Wann NICHT

Wann Infrarot die falsche Wahl ist

Als Hauptheizung im EFH

CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr sind kaum jemandem bewusst, der die niedrige Anschaffung sieht. Über 15 Jahre verlieren Sie gegenüber WP CHF 30'000–60'000.

Im sanierten Neubau

Bei niedriger Vorlauftemperatur ist die Wärmepumpe ohnehin extrem effizient. Die Argumentation „IR ist günstiger" stimmt hier nicht einmal mehr in der Anschaffung-Total-Betrachtung.

Beim Heizungsersatz im Kanton Bern

Die 10-%-Erneuerbar-Anforderung wird mit Infrarot-Strom nicht direkt erfüllt – ausser mit nachgewiesenem Ökostrom-Bezug oder eigener PV. In der Praxis problematisch.

Wenn Wasserkreislauf vorhanden

Wer schon Heizkörper oder Fussbodenheizung hat, sollte nicht auf IR umsteigen – sondern die bestehende Heizverteilung mit einer Wärmepumpe weiterbetreiben.

Unsere Empfehlung

Wärmepumpe als Hauptheizung – Infrarot als gezielte Ergänzung

Für die Hauptheizung empfehlen wir in fast allen Fällen eine Luft-Wasser- oder Erdsonden-Wärmepumpe: hohe Förderung, niedrige Betriebskosten, exzellente Klima-Bilanz, lange Lebensdauer. Eine Infrarotheizung kann ergänzend Sinn machen – für Gäste-WC, Bad-Spitzen, Hobbyraum oder Ferienwohnung.

Wenn Sie ein Angebot für eine reine IR-Hauptheizung erhalten haben, prüfen Sie immer die Total-Kosten über 15 Jahre – inklusive Stromverbrauch. Die Anschaffung ist nicht das Ende der Rechnung.

Ökobilanz

CO₂-Ausstoss pro Jahr im Vergleich

EFH 4 Personen, 150 m², ~15'000 kWh/Jahr Heizwärmebedarf. Werte in kg CO₂ pro Jahr. Infrarot mit Schweizer Strom-Mix.

4'500 kg
3'400 kg
Diese Seite
~150 kg
700 kg
400 kg
Öl
(BW)
Gas
(BW)
Infrarot
(Strom)
L/W‑WP
innen
Sole/Wasser
WP
Fossil
Infrarot (Strom)
Wärmepumpe

Aber Vorsicht: Die niedrige CO₂-Bilanz täuscht. Infrarot braucht 3 bis 4× mehr Strom als eine Wärmepumpe für die gleiche Heizleistung – was sich stark in den Betriebskosten zeigt (siehe nächster Vergleich).

Laufende Kosten

Gesamtkosten pro Jahr im Vergleich

Betriebskosten, Wartung und Amortisation der Investition über 15 Jahre – aufsummiert pro Jahr in CHF.

Betriebskosten
Wartungskosten
Amortisation
CHF 900
CHF 700
CHF 2'200
CHF 1'000
CHF 500
CHF 1'700
CHF 450
CHF 4'000
Strom
CHF 1'450
CHF 540
CHF 900
CHF 1'500
CHF 565
CHF 600
Öl (BW)
Total CHF 3'800
Gas (BW)
Total CHF 3'200
Infrarot
Total CHF 4'500
L/W‑WP innen
Total CHF 2'890
Sole/W. WP
Total CHF 2'665

Annahme: EFH 150 m², 15'000 kWh/Jahr Heizwärmebedarf. Strompreis CHF 0,20/kWh. Infrarot als Hauptheizung mit ~80 % Effizienz an der Wand. Amortisation linear über 15 Jahre nach Förderung.

Übersicht

Infrarotheizung – Pro & Kontra

Vorteile

  • Sehr günstige Anschaffung – CHF 1'500–3'500 pro Raum.
  • Einfache Installation – Wand-, Decken- oder Bildelement, oft ohne Fachmann.
  • Kein Wasserkreislauf – ideal in Räumen ohne Heizungsverteilung.
  • Schnelle Wärme – Strahlung wirkt direkt, kein Vorwärmen nötig.
  • Kein Brennstofflager – kein Tank, kein Silo, keine Lieferungen.
  • Mit eigener PV kombinierbar – im Sommer faktisch zum Nulltarif.

Nachteile

  • Im Betrieb sehr teuer – CHF 4'000–6'000 Strom/Jahr im EFH als Hauptheizung.
  • Effizienz nur 1 zu 1 – Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3–4 kWh Wärme.
  • Keine Förderung vom Kanton Bern als Hauptheizung.
  • Energiegesetz problematisch – 10-%-Erneuerbar-Anforderung nicht ohne PV/Ökostrom-Nachweis erfüllbar.
  • Über 15 Jahre CHF 30'000–60'000 teurer als Wärmepumpe.
  • Stromnetz-Belastung im Winter – bei breitem Einsatz kritisch.

Als Zusatzheizung für Einzelräume sinnvoll. Als Hauptheizung empfehlen wir aus wirtschaftlichen Gründen fast immer eine Wärmepumpe.

Wärmepumpen-Alternative ansehen

Häufige Fragen

Infrarotheizung – FAQ

Ist eine Infrarotheizung als Hauptheizung sinnvoll?

In der Regel nein. 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme, ohne Effizienzgewinn. Für ein EFH typisch CHF 4'000–6'000 Stromkosten pro Jahr – gegenüber CHF 720–2'000 mit Wärmepumpe.

Wann ist sie sinnvoll?

Als Zusatzheizung in Räumen mit sporadischer Nutzung: Gäste-WC, Bad-Wärmespitzen, Ferienwohnung, Hobbyraum. In Räumen ohne Wasserkreislauf praktisch.

Was kostet eine Infrarotheizung?

CHF 1'500–3'500 pro Raum (Wand-, Decken- oder Bildelement, inkl. Smart-Thermostat). Im Betrieb teuer: CHF 4'000–6'000 pro Jahr als Hauptheizung im EFH.

Erfüllt sie das Berner Energiegesetz?

Als alleinige Hauptheizung problematisch. 10-%-Erneuerbar-Anforderung wird nur mit Ökostrom-Nachweis oder eigener PV erfüllt. In der Praxis nur als Zusatzheizung neben erneuerbarem Hauptsystem zulässig.

Welche Alternative ist besser?

Hauptheizung: Luft-Wasser-Wärmepumpe. Einzelne kalte Räume in WP-Anlage: Heizkörper-Tausch oder hydraulischer Abgleich. Gäste-WC: IR kann ergänzen.

Berät und installiert Axora Infrarotheizungen?

Ja – wenn der Anwendungsfall passt. Als Hauptheizung empfehlen wir aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen fast immer eine Wärmepumpe. Ehrliche Empfehlung statt Sales-Pitch.